Am Aaabach zwischen Niederlenz und Wildegg

Industriekultur am Aabach; Lenzburg – Wildegg

Die Region zwischen Hallwilersee, Lenzburg und Wildegg ist die Wiege der Industrialisierung im Kanton Aargau. Der Aabach wurde in den letzten 250 Jahren rege zur Energiegewinnung genutzt. Die Verbindung von Bach-Spaziergang, Industriekultur und Wissensvermittlung ist doch ideal für einen gemütlichen Nachmittag. Zumal der Weg im Internet rege beworben wird. Der Pfad ist auch für Orientierungsläufer und Schatzsucher interessant. Warum? Mehr dazu im folgenden Beitrag.


Region:Lenzburg
Tour Datum:11.05.2018
Wandern Schwierigkeit:T1 – Wandern (siehe » Alpinwanderskala)
Wegpunkte:» Lenzburg – Niederlenz – Wildegg
Karten:Landeskarte 1:25 000, Blatt 1090 Wohlen; geo.admin-Karte: Digitale Wanderkarte
Zeitbedarf:ca. 1 – 2 gemütliche Stunden
Aufstieg:praktisch nichts
Abstieg:ca. 40 Höhenmeter
Für Kinder:kurze Zeitdauer, eher für interessierte Teenager
ÖV-Anbindung:SBB Bahnhöfe Lenzburg und Wildegg, Bus zwischen Wildegg und Lenzburg

Lenzburg – Schloss, Konserven und Skater

Wir starten unsere Wanderung auf den Spuren der Industrialisierung nicht am Hallwilersee, sondern am Bahnhof Lenzburg. Das hat zum einen mit der zur Verfügung stehenden Zeit zu tun, andererseits auch mit dem guten ÖV-Anschluss von Lenzburg. Vor dem Bahnhofgebäude beginnt die Schatzsuche. Wir suchen keinen Schatz, sondern den Weg. Irgendwo muss doch ein Wegweiser oder ein Hinweis auf den Industriepfad sein. Wir finden keinen. Dafür ganz viele der bekannten gelben Wanderwegweiser. Und einer weist zum Endziel Wildegg. Auf geht’s.

Der Weg führt den Geleisen entlang, vorbei an der alten Hero-Fabrik. Konfitüren und Ravioli aus dieser Fabrik fanden sich einst in fast jedem Schweizer Haushalt. Hero gibt es noch, aber die Produkte kommen von überall, nur nicht mehr von Lenzburg. Auf einer Infotafel wird über die Geschichte der Fabrik informiert. Es scheint als ob wir den Industriepfad gefunden haben. Aber auch hier, kein Wegweiser, keine Information wo es weitergeht. Und auch kein Wanderwegzeichen mehr. Wir folgen einfach dem munter sprudelnden Gewässer. Wir nehmen an, es müsse der Aabach sein. Korrekt, wie später der Blick auf die Karte verrät.

Autobahn – Lärm und Leben

Dem Gewässer entlang geht es Richtung Autobahn. Vorbei an weiteren Spuren der Industriegeschichte von Lenzburg. Nacheinander passieren wir die Gebäude von Mammut, Wisa-Gloria und einer ehemaligen Nagelfabrik. Auch hier finden sich Tafeln mit Informationen zu den Gebäuden und Firmen. Von der Autobahn ist ein lautes Rauschen zu hören, unter der Autobahn toben sich Jugendliche in einem Skate- und Bikepark aus. Da ist Leben. Der Industriepfad scheint, bis auf die Infotafeln, nicht zu leben. Schade, da wird viel Potential verschenkt.

Niederlenz – Lauschiges Bachufer und mühsamer Umweg

Quer durch Niederlenz folgt der Weg dem Bach. Der Bach ist hier eine Naherholungszone. Viel Grün und auch mal eine Parkbank. Auch hier finden sich Spuren der Industrialisierung auf Schritt und Tritt. Mühle, Gipsmühle. Tabakstampfe – spannend und kurzweilig.

Beim Gebäude der ehemaligen Hetex Garn ist es aus mit lauschig. Offiziell würde der Weg links um das Gebäude herum weiterführen, aber der Weg ist versperrt. Der Wanderer ist gezwungen ein Stück der viel befahrenen Strasse zu folgen. Nach diesem Umweg folgt der Weg aber wieder dem Aabach.

Stauwehr und Ende

Über ein Stauwehr, welches heute vermutlich nur noch zur Regulierung des Baches verwendet wird streben wir Wildegg, dem Ende der Wanderung zu. Hier, unterhalb des alten Wehres ist der Aabach schön natürlich. Es rauscht, gurgelt und sprudelt – eine Wohltat für die Sinne. Hier kann man gut ein halbes Stündchen oder mehr verweilen und einfach nur lauschen.

Viel zu schnell ist Wildegg erreicht. Auch dieser Ort ist reich an Zeugen der Industrialisierung, wird allerdings vom bekannten Schloss dominiert. Am Bahnhof lohnt sich ein Blick in das alte, mechanische Stellwerk. Es war bis 1998 in Betrieb, bevor es durch ein automatisiertes Stellwerk ersetzt wurde. Am Bahnhof Wildegg, dem Endpunkt unserer Wanderung und auch des Industriepfades deutet, wie überall auf dem Pfad, nichts auf dessen Existenz hin. Das ist Schade, denn eigentlich hat der Pfad durchaus Potential für mehr Besucher. Gut geführt wäre er ein kleines Bijou.

Fotos der Wanderung:

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