Echo-Stein: Eine der neun Stationen auf dem "Pfeff ond Lischt"-Weg

Appenzell: „Pfeff ond Lischt“-Weg: Bleibende Erlebnisse

Appenzell. Hügelige, bewaldete Landschaft. Unzählige Wanderwege. Lebensfrohe Bewohner und gutes Bier. Vier Tage Dauerregen, Nebel wie in Schottland. Nicht günstig für Wanderungen im Gebirge. Die Tour auf den Kronberg wird auch aufgrund der unsicheren Wetterlage abgesagt und stattdessen der “Pfeff ond Lischt”-Weg in Angriff genommen. Meine Tochter und ich haben es nicht bereut. Der Weg ist abwechslungsreich, lehrreich und bietet (bei schönerem Wetter) einen tollen Ausblick über Appenzell und die Hügelzüge des Halbkantons.


Region: Appenzell
Tour-Datum: 6. Mai 2010
Wandern-Schwierigkeit: T1 – Wandern (siehe » Alpinwanderskala)
Wegpunkte: » Appenzell, Schlatt, Bühler
Karten: Landeskarte 1:25 000, Blatt 1095 Gais; geo.admin-Karte: Digitale Wanderkarte
Zeitbedarf: Wanderung ca. 3 bis 4 Stunden
Aufstieg: 246 Höhenmeter
Abstieg: 207 Höhenmeter
Für Kinder: Neun Stationen mit Informationen zu Geologie, Bauernregeln, Land und Leute etc.
Restaurants: Hotel, Restaurant Bären, Schlatt. Diverse in Appenzell
ÖV-Anbindung: Bahnhöfe Appenzell und Bühler (Appenzeller Bahnen), Bushaltestelle Steig

Kleine, feine Stadt

Der Weg startet ausserhalb von Appenzell, im Weiler Steig. Ein Bus fährt dorthin, aber nicht, als wir in Appenzell-City starten. Entweder laufen oder bereits Kaffee-Pause machen. Der letzte Kaffee liegt nicht lange zurück, also marschieren wir los, quer durch die schöne Altstadt von Appenzell. Sie ist mit ihren kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés alleine eine Reise wert. Bei einem Stadtbummel unbedingt auch das lohnenswerte Appenzeller Museum besichtigen.

Wir lassen Appenzell heute hinter uns und gehen gemütlich der Strasse entlang hinauf nach Steig. Eine grosse Tafel begrüsst den Wanderer und informiert ausführlich über den Weg und seine neun Stationen. Der Appenzeller Hund, einfach “Bless” genannt, wird uns begleiten und führen. Die knallig roten Wegweiser sind kaum zu übersehen. Vorbei an einer kleinen Kapelle führt der Weg zur ersten Station. Er verläuft gemächlich bergauf, vorerst noch auf einer asphaltierten Strasse.

Motivations-Training

Kurz vor Station 3, dem Wackelsteg, verlässt der Weg das Strässchen und wechselt auf einen Waldweg. Vorbei an grossen Nagelfluh-Felsen führt der Weg einem Bachtobel entlang in den Wald hinein. Das Appenzeller Land ist hügelig. Das macht der “Pfeff ond Lischt”-Weg spürbar. Der Weg quert das Bachtobel und steigt auf der anderen Seite an. Es geht stetig aufwärts bis zu einem einsamen Gehöft, um anschliessend ins nächste Tobel abzusteigen. Liebe Eltern, spätestens jetzt müsst ihr eure Kinder motivieren können.

Station 5 “Wasserdruck” wartet nach dem Abstieg im nächsten Tobel. Bis dorthin führt der Weg quer durch Feuchtwiesen, leicht sumpfiges Gelände und urtümlichen Wald. Ein schönes Flecken Erde – auch bei Nebel und Nieselregen. Für diese Station sollte etwas mehr Zeit eingeplant werden. Der Bach, der sie speist und betreibt, ist ideal zum Stauen, Füsse baden etc. Vielleicht müssen Ihre Kinder, wie wir, zuerst das Filtersieb des Wasseranschlusses von Geröll und Laub reinigen, damit Station 5 überhaupt funktioniert. Meine Kinder erzählen heute noch davon, ein bleibendes Erlebnis.

Auf und Ab

Natürlich geht es im Anschluss nicht geradeaus, sondern wieder aufwärts. Vorbei an einem sprudelnden und schäumenden Wildbach sowie einer Feuer- und Picknick-Stelle. Der Weg verlässt den Wald, und beim Blick zurück sehen wir das einsame Gehöft von vorher. Wir sind wieder auf gleicher Höhe. Der weitere Weg folgt kurz einem Strässchen, um dann quer über eine Wiese den Hang hoch zu führen. Sie ahnen es, ordentlich steil. Oben wartet dafür eine Ruhebank und gleich die nächste Station. Der Blick zurück nach Appenzell entschädigt für die Anstrengung. Die letzten beiden Stationen liegen unmittelbar hintereinander und das Zwischenziel Schlatt ist auch schon im Blickfeld. Ein junger “Bless” und eine Ziege, offenbar gute Kumpel, begrüssen uns freudig am Dorfeingang.

Hier endet der “Pfeff ond Lischt”-Weg. Wer will, kann der Strasse entlang nach Appenzell zurückkehren, den PubliCar (Rufbus) bestellen oder, wie wir, einfach weiterwandern. Bevor wir den höchsten Punkt unseres Ausfluges erklimmen (1031 Meter), stärken wir uns im Bären mit einem währschaften und liebevoll angerichteten Trockenfleisch-Teller.

Wellness pur

Satt und mit der Zuversicht auf Aufhellungen (der Nebel ist zu Hochnebel geworden) nehmen wir den weiteren Anstieg unter die Füsse. Natürlich muss zuerst auf einen kleinen Zwischenberg hoch- und in ein weiteres Tal abgestiegen werden, bevor wir den höchsten Punkt erreichen. Aber die Steigungen halten sich in Grenzen und die Landschaft entschädigt für jeden Meter. Verstreute Bauernhöfe, Kuhherden und sonst nichts als Ruhe. Wellness pur.

Oben angekommen, die Qual der Wahl. Nach allen Seiten führen Wanderwege. Wir folgen dem Wegweiser nach Bühler und steigen langsam ab. Kurz danach gabelt sich der Weg erneut, die Wahl zwischen Asphalt und Wanderweg fällt leicht. Über “Hägni” führt der Weg langsam nach Bühler hinunter. Dort wartet die Appenzeller-Bahn, welche uns zurück nach Appenzell-City bringen wird.

Links:

SBB-Fahrplan:

SBB|CFF|FFS

Fahrplan


Nach:
Appenzell
Datum: 23.01.12
Zeit: Abfahrt
Ankunft

Bahnverkehrsinformation

Fotos von der Wanderung: