Tar-da-da-Weg Schleitheim

„Tar da da“ bedeutet im Ostschweizer Dialekt „darf der das“. Und auf dem „Tar-da-da-Weg“ in Schleitheim darf man berühren, ausprobieren, klettern und vieles mehr. Der Weg für Kinder animiert zum Spiel und bietet als Höhepunkt den Besuch eines Bergwerks – des Gipsbergwerks Schleitheim.

Region:Klettgau, Schaffhausen, Nordschweiz
Tour Datum:06.04.2026
Wandern Schwierigkeit:T1 – Wandern (siehe » Alpinwanderskala)
Wegpunkte:» Schleitheim – Ländiberg – Wutach – Oberwiesen – Schleitheim
Karten:Landeskarte 1:25 000, Blatt 1011 Beggingen
geo.admin-Karte: Digitale Wanderkarte
Zeitbedarf:ca. 2 Stunden (mit Bergwerk 3 Stunden)
Aufstieg:ca. 100 Höhenmeter
Abstieg:ca. 100 Höhenmeter
Für Kinder:Stationen des Tar-da-da-Weges, Gipsmuseum und Bergwerk Schleitheim
Für Hunde: Das Bergwerk ist für Hunde nicht zugängig. Entlang der Wutach ist mit vielen Fussgängern und Radfahrern zu rechnen
ÖV-Anbindung:VBSH Bushaltestelle Adler und Gemeindehaus

Im Norden der Schweiz

Schleitheim liegt im nördlichesten Zipfel der Schweiz und grenzt an Deutschland. Das Dorf am Fuss des Randen gelegen bietet viele tolle Wanderwege und einer davon ist speziell für Kinder ausgerichtet. Der Tar-da-da-Weg.

Der Weg startet mitten im Dorf, am Dorfbach. Wer an der Bushaltestelle „Adler“ aussteigt, geht einfach in Fahrtrichtung links, zwischen der Schreinerei und dem Wohngebäude hindurch und da ist auch schon der Bach. Ab dem Bach ist der Weg gut ausgeschildert.
Der Weg steigt durch einen Hohlweg stetig an und f¨ührt hinauf auf den Ländiberg. Unterwegs laden Weg-Stationen zum in die Ferne sehen und die Besichtigung eines ehemaligen Traubenhäuschens zum kurzen Stopp. Die Traubenhütte markiert bereits den höchsten Punkt der Wanderung, von nun an geht es vorerst abwärts.

Des Teufelsküche im steilen Tobel

Bevor der Weg sich durch den Wald abwärts schlängelt, geht es zuerst quer über den Hügel mit grossartiger Weitsicht über den Schwarzwald. Beim kleinen Brunnen im Wald biegt der Weg links ab und es locken weitere Stationen wie Balancierstangen, eine aus drei Hölzern zu bauende Brücke und das Chaospendel.

Mitten im Wald zieht sich ein mächtiges Tobel in den Bergrücken. Und im Tobel befindet sich die „Tüüfelschuchi“, die Küche des Teufels. Wer diesem Blog schon länger folgt, mag sich sicherlich an die Wanderung im Zürcher Oberland, zur gleichnamigen Teufelsküche erinnern. Das hier hat mit der im Zürcherland nichts gemeinsam. Eindrücklich ist die Felsformation aber auch so.

Auf schmalen Pfaden folgt der Weg nun dem Tobel abwärts zur Wutach. Vorbei an einem riesigen Holz-Xylophon, mit angrenzender Grillstelle, führt der Weg an das Ufer der Wutach.

Biberspuren an der Wutach

Die Wutach, der Grenzfluss zu Deutschland, wurde vor Jahren aufwändig renaturiert. Es lohnt sich, den breiten Forstweg zu verlassen und den Pfaden durch die Auen, der Wutach flussabwärts zu folgen. Wunderbar, wie die Wutach hier heute arbeiten darf und nach jedem Hochwasser wieder ein anderes Gesicht zeigt. Auch eindrücklich, die überall sichbaren Arbeitsspuren des Bibers. Der Holzfäller der Natur ist sehr fleissig und kein Baum vor seinen scharfen Zähnen sicher.

Gipsmuseum- und Gipsbergwerk Schleitheim

Beim erreichen des Waldrandes läuft der breite Weg entlang des Zivilschutzzentrums des Kantons Schaffhausen (noch bis ca. 2028) weiter bis zum Weiler Oberwiesen. Oberwiesen war einst das Industriezentrum von Schleitheim mit eigener Turbinenanlage. Heute ist es noch ein Gewerbegebiet und beherbergt den Höhepunkt der Wanderung – das Gipsbergwerk von Schleitheim.

Von 1790 bis 1903 wurde hier Gips unter Tage abgebaut. Bis 1927 war der Betrieb eingestellt, dann wurde bis 1944 nochmals Gips abgebaut. Das Museum wurde bereist 1938, also zur Betriebszeit, eröffnet und ist jeden ersten Sonntag im Monat für Besucher geöffnet.
Eine Gartenbahn bringt Besucher bequem und komfortabel in den Berg. Mit Guide wird die fantastische Welt unter dem Berg erkundet. Gegen Hunger und Durst hilft das Bergwerkbistro, ebenfalls nur geöffnet am ersten Sonntag im Monat.

Durch Rebberge zurück nach Schleitheim

Der Weg führt nun weiter der Strasse entlang und biegt schon bald rechts den Berg hinauf ab. Hier müssen nun auf kurzer Distanz einige Höhenmeter überwunden werden. Der Aufstieg ist aber nur kurz und ein Röhrentelefon unterhält mitten im Aufstieg. Oben angekomen verläuft der Weg oberhalb der Rebberge von Schleitheim, mit schöner Sicht über das Schleitheimertal.

Eine letzte Station wird angesteuert, bevor der Weg dann wieder hinunter an den Schlaatemerbach führt und bei der Bushaltestelle „Bahnhofstrasse“ endet. Hierhin fuhr von 1905 bis 1964 die Strassenbahn Schaffhausen-Schleitheim. Heute erinnert nur noch der Name und das ehemalige Bahnhofsgebäude auf der anderen Seite der Strasse (mit ASS beschriftet) an das Bähnchen.

Tipp

Die Wanderung unbedingt an einem ersten Sonntag im Monat begehen. Dann ist das Gipsbergwerk Schleitheim geöffnet und kann geführt besichtigt werden. Zudem ist am ersten Sonntag im Monat auch das bei der Kirche angesiedelte Museum Schleitheimertal geöffnet. Es bietet einen spannenden Einblick in das Leben im Tal, das Gipsgewerbe und die ehemalige Strasenbahn. Beides lohnende Ausflugsziele.

Fazit

Eine einfache Wanderung mit viel Spass für Kinder und Erwachsene. Der Weg ist nicht kinderwagentauglich, aber nicht anspruchsvoll.

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