Der Doppelbrunnen - die Qual der Wahl

Küsnachter Tobel: Zwei Tobel, die Quelle der Wahl und eine Ruine

Anregende Zutaten für eine gemütliche Wanderung mit mehr als nur einem Weg als Ziel. Zudem nicht weit entfernt und mit Forch- und S-Bahn ab Zürich schnell erreicht. Kinder können zudem mit einem erfrischenden Bad im Zürichsee, als krönender Abschluss der Wanderung, gelockt werden.


Region: Zürichsee, Pfannenstil
Tour Datum: 09.04.2017
Wandern Schwierigkeit: T2 – Wandern (siehe » Alpinwanderskala)
Wegpunkte: » Forch – Wangen – Tobelmüli – Ruine Wulp – Küsnacht
Karten: Landeskarte 1:25 000, Blätter 1091 Zürich, 1092 Uster, 1111 Albis; geo.admin-Karte: Digitale Wanderkarte
Zeitbedarf: ca. 2 gemütliche Stunden
Aufstieg: ca. 80 Höhenmeter
Abstieg: ca. 300 Höhenmeter
Für Kinder: Tobel, Doppelbrunnen, Burgruine Wulp, Zürichsee
ÖV-Anbindung: Forchbahn Bahnhof Forch, SBB Bahnhof Küsnacht, Schiffhaltestelle Küsnacht

Hinauf auf den Pfannenstiel und hinab ins Tobel

Die rote Forchbahn zuckelt gemütlich von Zürich hinauf auf den Pfannenstiel. Für nicht Zürcher, der flache Hügel neben dem Zürichsee heisst wirklich so. Er ist, zusammen mit der Albiskette auf der anderen Seeseite, ein Überbleibsel der letzten Eiszeit. Eine Seitenmoräne des Linthgletschers. Genug Geologie für den Moment, 261 Höhenmeter über Zürich steigen wir in Forch aus und erfreuen uns am sonnigen Tag.

Hier war ich schon öfters, mehrere Touren führen von und nach dieser Bahnstation. Heute ist nur eine kurze Wanderung geplant. Ein weiteres Tobel hat es mir angetan. Zugegeben, ich mag Tobel. Das plätschern der Bäche, das rauschen der Wasserfälle und die spezielle Stimmung in den Wäldern am Grund der Tobel – magisch.
Zuerst führt die Wanderung aber quer durch weite Weiden. Sonnenlicht auftanken. Bis zum Weiler Wangen und dort tauchen wir ein in die verwunschene Tobel-Welt. Ein Seitentobel führt uns zur Tobelmüli und dann sind wir im Küsnachtertobel.
Das lauschige Tobel überrascht mit „Bach-Badewannen“. Im Lauf des Baches sind grosse Vertiefungen mit ruhigem Wasser, eben Badewannen, zu finden. Die teilweise künstlichen Vertiefungen locken bei heissem Wetter zum erfrischenden Bad. Im Frühling erfreut das plätschern des Wassers die Sinne.

Der doppelte Brunnen

Unterwegs passieren wir einen speziellen Trinkwasser-Brunnen. Der Brunnen besitzt zwei Wasserspeier, einer wird von Seewasser, einer von Quellwasser gespiesen. Der unterschiedliche Geschmack des Wassers kann so ganz einfach erforscht werden. Bei einer Blinddegustation mit unserem mitgebrachten Wasser von zu Hause (ca. 55% Seewasser, 45% Quellwasser), konnte das Quellwasser am besten überzeugen.

Weiter geht es, immer das Tobel hinab. Es wird enger, die Fallstufen des Baches höher. Mächtige Felsblöcke liegen im Tobel. Die Nagelfluh-Brocken sind Überreste der eiszeitlichen Gletscher und zeigen, die Instabilität der Tobelhänge. Es kommt regelmässig vor, dass der Tobelweg nach einem Unwetter gesperrt werden muss, weil sich wieder ein Brocken mehr ins Tal verirrt hat.

Die Feste Wulp

Mitten im Tobel lockt eine Abzweigung zur Ruine Wulp. Viel Mauerwerk gibt es nicht mehr zu sehen. Der Abstecher lohnt sicher dennoch. Für kleine Kinder sind Burgruinen stets eine willkommene Abwechslung. Zudem macht der Aufstieg das tief eingeschnittene Tobel fassbar.
Zurück im Tobel geht es weiter abwärts. Langsam weitet sich das Tobel. Die Zivilisation kommt näher und mit einem mal tritt man hinaus ins Licht und ist in Küsnacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.